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Zugfahrzeuge & Gespannkombinationen

Welches Zugfahrzeug passt zu welchem Wohnwagen bzw. welcher Caravan zu welchem Zugfahrzeug?

Diesen häufig gestellten Fragen sind wir auf den Grund gegangen und haben aus zahlreichen Erfahrungen und Abfragen diesen Artikel zusammengetragen. Wir zeigen Euch aber nicht nur, welche Bedingungen und Kriterien für das ziehende oder gezogene Fahrzeug wichtig sind, sondern auch anhand einiger Beispiele, wie verschiedenste Gespannkombinationen harmonieren, sowie deren Vor- & Nachteile.

Inhalte des Artikels

  1. Kriterien und Anforderungen fürs Zugfahrzeug
  2. Zugfahrzeug bereits vorhanden: Kriterien & Anforderungen Wohnwagen
  3. Kriterien für den Kraftstoffverbrauch im Gespannbetrieb
  4. Beispiel für Zugwagenrechner
  5. Unsere Datensammlung Zugfahrzeuge & Gespanne

1. Wohnwagen vorhanden – Anforderungen & Kriterien rund um das Zugfahrzeug

Fundamentale Voraussetzungen:

  1. Führerschein ausreichend? Die B-Führerscheingeneration wird stets größer. Zu beachten gilt, das mit dem B-Führerschein das Gespanngewicht unter 3,5 Tonnen bleiben muss, indem die zulässigen Gesamtgewichte beider Fahrzeuge addiert werden. Lassen sich die 3,5 to. nicht einhalten, wird z.B. mindestens die Erweiterung B96 oder BE notwendig.
  2. Diesel oder Benziner? Der Diesel ist nach wie vor unschlagbar als Zugfahrzeug. Doch der aktuelle Ökofaschismus und das permanente Ausweiten sogenannter „Umweltzonen“ zwingt vielerorts, auf benzin- oder gasbetriebene Fahrzeuge umzusteigen.
  3. Persönliche Bedürfnisse: Die maximale Personenanzahl, das benötigte Kofferraumvolumen für Gepäck, Proviant oder ggf. auch Haustiere. Welcher Mindestkomfort wird benötigt?
  4. Wie oft soll mit Gespann gefahren oder verreist werden? Diese Frage ist essentiell wichtig für alle weiteren Kriterien. Wie ist das Verhältnis Solo Km zu Reise-Km pro Jahr und wie hoch liegt der Verbrauch mit und ohne Wohnanhänger?
  5. Wintercamping? Ggf. 4×4 Fahrzeug nötig–> teurer in Unterhalt & Verbrauch
  6. Vielfahrer: Werden lange Strecken und viele Km zurückgelegt? Dann kann ein Zugfahrzeug mit Heckantrieb  durchaus Sinn machen(weniger Reifenverschleiß, bessere Traktion)
  7. Wenigfahrer: Werden eher wenige Gespannfahrten unternommen? Für 1-2 Urlaube mit Wohnwagen pro Jahr soll auch ein Zugfahrzeug mit Frontantrieb kein k.o. Kriterium sein

Technische Rahmenbedingungen:

  1. Maximale Anhängelast: Es ist kein Fehler, hier noch die ein oder anderen hundert Kilo an Reserven zu haben, da sonst nicht nur die Technik unter Aus- oder Überlastung leidet, sonder sich ggf. auch die maximale Zuladung im Zugfahrzeug verringern kann!
  2. Stützlast: Diese sollte, sofern Wohnwagen bereits vorhanden, mit gewünschter „Mindest“Beladung gemessen werden(Gas- und Wasservorrat, Fahrräder etc?). Insbesondere, wenn es ein „kleineres“ Zugfahrzeug werden soll, welches ggf. eine geringere maximale Stützlast aufweist.
  3. Leistung/Drehmoment: Das Drehmoment eines Motors sagt id.R. mehr aus als die blose PS oder KW-Zahl. Insbesondere kleinvolumige Benzinermotoren tun sich meist schwer mit Anhänger. Mit zusätzlichem Turbolader verbessert sich zwar die Zugfahrzeugtauglichkeit, allerdings steigt der prozentuale Kraftstoffverbrauch enorm und auch die Technik gilt es, möglichst schonend zu behandeln (schonendes Warmfahren und auch min. 2 Minuten kaltlaufen lassen, insbesondere nach Autobahn und Bergfahrten)
  4. Getriebeabstufung: Schalter oder Automatik? Hier ist letztlich die Anzahl der Gänge und der Übersetzung entscheidend! Je dichter die einzelnen Gänge beieinander liegen- sprich je kleiner der Drehzahlsprung in den nächsten Gang ist, desto besser kann das Gespann im idealen Leistungsbereich gefahren werden. Automatikgetriebe sind generell komfortabler, aber manuelle Schaltung(z.b. über Schaltwippen am Lenkrad) sollte dennoch möglich sein um ein ständiges Hin- und Herschalten in bestimmten Situationen zu vermeiden.
  5. Radstand: Je größer der Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse und je kleiner der Abstand von Hinterachse zur Anhängerkupplung, desto besser die ganzen Hebelverhältnisse und somit die Fahrstabilität
  6. Möglichst kein Sportwagen: Spurrillen wirken sich stärker aus bei Breitreifen. Tieferlegung ist zudem ungünstig, da die Reserven an Bodenfreiheit deutlich geringer sind und somit eine Kollision des Kfz Anschlusskabels oder insbesondere des Stützrades mit dem Boden möglich ist, vorallem bei Überfahren von Absätzen oder Rampen
  7. Kosten für die Anhängerkupplung:  Abnehmbar oder fest? Selber machen, in freier Werkstatt oder beim Vertragshändler? Auch hier entscheidet mitunter die Frequentierung. Sind zudem zusätzliche Einbauten notwendig, z.B. größerer Kühler, verstärkte Achs-Federn oder dickere Antriebswellen? Vorteil bei Anhängerkupplung ab Werk bzw. Einbau beim Vertragshändler: ESP für Anhängerbetrieb ist oftmals vorhanden und somit auch freigeschalten. Es aktiviert sich beim Einstecken des Hängers. Das ESP am Zugfahrzeug arbeitet mit angepassten Verzögerungs- und Bremsmanövern für Hängerbetrieb.
  8. Zusätzliche Helferlein: Ein Tempomat kann das Reisen zwar bequem machen, allerdings birgt er auch „Müdigkeits“-Risiken durch das langsame und monotone Vorwärtskommen. Zudem steigt der Kraftstoffverbrauch deutlich, insbesondere bei Gegenwind und hügeligen Straßen(min. 1 Liter). Rückfahrkameras sind heutzutage schon fast Standard und können den Andockvorgang ungemein erleichtern- vorausgesetzt, die Kamera ist auf den Kugelkopf ausgerichtet

2. Zugfahrzeug vorhanden – Kriterien für Wohnwagen

Fundamentale Voraussetzungen:

  1. Führerschein? 3,5to Grenze? Auch hier gelten die selben Bedingungen
  2. Personenzahl/Schlafplätze?
  3. Stellplatz: Vorhanden? Soll der Caravan auf den eigenen Park-/ Stellplatz passen? Ist ggf. größere Ab- bzw. Unterstellmöglichkeit vorhanden? Lohnen sich die Kosten in Relation zu den unternommenen Reisen?

Technische Rahmenbedingungen:

  1. Zulässiges Gesamtgewicht, Leergewicht, Zuladung?
  2. Stützlast mit einer Gasflasche? Nicht nur der Wert aus den Papieren sondern vor allem die tatsächliche Stützlast, zumindest mit einer Gasflasche(da diese ihren festen Platz hat) ist wichtig zu wissen. Kann ggf. durch Ladungsverteilung delegiert werden?
  3. Breite und Höhe/Angriffsfläche: Je kleiner das Zugfahrzeug (insbesondere bei Benziner) desto geringer sollte vor allem die Stirnfläche des Wohnwagens sein

3. Kriterien für Gespann-Kraftstoffverbrauch

  1. Geschwindigkeit: Verbrauch steigt exponentiell, nicht linear
  2. Diesel oder Benziner : Mehrverbrauch beim Diesel i.d.R. gut 50% weniger als beim Benziner
  3. Breite u. Höhe und Form des Wohnwagens: Klein= besser
  4. Breite u. Höhe des Zugfahrzeuges: Groß= besser
  5. Windrichtung und Stärke: Je nach dem ob starker Gegen- oder Rückenwind-> Unterschiede locker bis zu 4-5 Liter
  6. Gewicht des Wohnwagens: Weniger relevant wie die Stirnfläche
  7. Flach oder bergig/ Gebirge: Hier trägt auch das Gewicht zu deutlichem Mehrverbrauch bei
  8. Getriebeübersetzung bzw. Abstufung: Reicht die Leistung für den höchsten Gang?
  9. Tempomat: genereller Mehrverbrauch, insbesondere bei Gegenwind und hügeligen Strassen
  10. Reifendruck: Sollte an beiden Fahrzeugen angepasst sein. 6x zu wenig Reifendruck= Höherer Rollwiderstand
  11. Deichsellänge : Je länger die Deichsel, desto eher wird der bereits durchs Zugfahrzeug geteilte Luftstrom wieder zusammengeführt und trifft somit komprimiert auf die Wohnwagenfront

4. Zugwagenrechner

Auf der Seite www.zugwagen.info sind allerlei Zugfahrzeuge und auch Wohnwagen mit deren technischen Angaben in einer Datenbank hinterlegt.

Somit lassen sich alle möglichen Gespannkombinationen in Sachen Tauglichkeit grob berechnen. Auf jeden Fall lohnt es sich, sein Wunschgespann hier einmal näher zu betrachten und auf Eignung zu prüfen.

5. Unsere Datensammlung & Zugfahrzeug-/Gespannvergleichstabelle

Im CARAVAN-COLLEGE Premium-Mitgliederbereich gibt es unsere eigens erstellte Tabelle kostenlos zum Download. Diese wird in den Sommermonaten permanent weitergeführt und bietet interessante Einblicke und Erkenntnisse in Sachen Eignung von Zugfahrzeugen, Kraftstoffverbrauch sowie Anhänge- & Stützlasten. Sogar die ersten Elektrofahrzeuge haben bereits ihre erste Urlaubsreisen angetreten!

Jetzt wünschen wir Dir viel Spaß und vor allem Erfolg auf der Suche nach dem passenden Zugfahrzeug und/ oder Wohnwagen!

Warte, du hast was vergessen!

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