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Wohnwagen kaufen – darauf ist zu achten! Unsere Tipps

Ratgeber und Tipps für den Wohnwagenkauf

Der Wohnwagenkauf kann für viele Camping-Freunde besonders schwierig werden. Manch einer mag sich schon mal einen Wohnwagen gemietet haben, oder war mal mit Freunden damit unterwegs. Andere hingegen steigen komplett neu in das Camping-Abenteuer ein und sind noch total unerfahren. Dann kommen besonders Fragen zu Themen auf wie Preis, Größe, Hersteller, Gewicht, Nebenkosten und vieles mehr. Was alles vor dem Kauf eines Wohnwagens zu berücksichtigen ist, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Wohnwagen innen - Größe ist wichtigEigentlich gelten Wohnwagen als typisch für die Niederländer. Aber auch die Deutschen stellen ihre Zuneigung zu dem mobilen Feriendomizil mittlerweile öffentlich zur Schau. Dies ist alleine an dem Umstand zu erkennen, dass der hiesige Markt für Wohnmobile und Wohnwagen regelrecht boomt. Eine Kaufentscheidung sollte dabei allerdings erst nach eingehenden Überlegungen und dem Abwägen von Vor- und Nachteilen getroffen werden. Schließlich haben Wohnwagen – ganz gleich ob gebraucht oder neu – ihren Preis. Abgesehen von der jeweiligen finanziellen Machbarkeit ist es daher wichtig, dass die bedarfsgerechten Mindestanforderungen und spezielle Wünsche im voraus definiert werden sind. Dank festgelegter Auswahlkriterien fällt die Suche nach einem passenden Modell dann einfacher und zielorientierter.

Inhalte des Artikels:

  1. Grundlegende Fragestellungen
  2. Neben- und Folgekosten
  3. Die Einheit mit dem Zugfahrzeug
  4. Das richtige Verhältnis von Gewicht und Motorstärke

Grundlegende Fragestellungen und Überlegungen

In erster Linie sollte erst die Größe des Wohnwagens bestimmt werden. Hierbei spielen gleich mehrere Komponenten eine wichtige Rolle. Zunächst geht es dabei um die persönliche Motivation, wobei diesbezüglich in erster Linie die Nutzungs- und Urlaubspläne in den Fokus rücken.

Stellt euch dabei folgende Fragen:

  • Soll der Wohnwagen Campingplätze innerhalb Deutschlands anfahren?
  • Sind weite Trips in andere Länder geplant?
  • Werden hauptsächlich Premium-Campingplätze genutzt?
  • Soll der Wohnwagen eher zum Touren genutzt werden – also sind häufige Standortwechsel geplant?
  • Auch die Häufigkeit der geplanten Nutzung sollte im Vorfeld zumindest grob angedacht werden, denn wird der Wohnwagen lediglich alle zwei Jahre genutzt, ist das Mieten eines Wohnwagens oftmals die bessere Entscheidung.

Achtet dabei darauf, dass die Größe des Wohnwagens mit euren Nutzungs- und Urlaubsplänen abgeglichen werden.

Einige Beispiel dafür:

  1. Eine Familie mit 2 Kleinkindern und Hund möchte 1x im Jahr nach Italien auf den Campingplatz. Standortwechsel wird es nicht geben. Für die Familie eignet sich daher ein Wohnwagen der größeren Klasse (Familienwohnwagen, Touringwohnwagen) mit genügen Stauraum und Zuladung.
  2. Das Rentnerpaar möchte auf Reise gehen und legt sich vorab nur eine grobe Route an. Wohin es dann genau geht entscheidet das Paar spontan nach Lust, Laune und Wetter. Ein wendiger und leichter Wohnwagen der genug Platz für die wichtigsten Utensilien bietet, erleichtert dem Rentnerpaar später das Handling mit dem Wohnwagen und schont den Geldbeutel durch geringeren Spritverbrauch und Einkaufspreis
  3. Die Abenteurer- oder auch Adrenalinjunies suchen immer wieder das besondere Erlebnis z.B. in den Bergen und Wäldern wie Kletterer und Wanderer oder an den Seen wie Surfer, Kitesurfer und Taucher oder zieht es gleich weiter weg an das Meer. Für sie eignen sich vor Allem sogenannte „Zweck-Wohnwagen“. Diese verfügen in der Regel über besondere Eigenschaften wie Klein und wendig, extrem viel Ladefläche oder auch große Ladeluke, oder sind auch für Offroad-Camping geeignet.

Neben- und Folgekosten: Hier fungiert die Größe oftmals als Kostentreiber

Die Größe eines Wohnwagens ist auch mit entscheidend für die jeweiligen Nebenkosten. Diese setzen sich grundsätzlich aus folgenden Punkten zusammen:

  1. Steuer
  2. Haftpflichtversicherung
  3. Kaskoversicherung (nicht unbedingt nötig)
  4. TÜV-Prüfung (alle zwei Jahre)
  5. Gasprüfung (alle zwei Jahre)
  6. Unterstellplatz
  7. Dem Kraftstoffmehrverbrauch – kann zwischen 30 und 50% pendeln, je nach Größe des Wohnwagens und Fahrweise .
  8. Wartungskosten – spätestens alle 10.000 Kilometer sollte der Wohnwagen von fachkundigem Personal überprüft werden.

 icon-angle-double-right Je größer der Wohnwagen = desto höher die Nebenkosten

Die durch die Größe des Wohnwagens verursachten Mehrkosten machen sich zudem auch beim Übersetzen mit Fährschiffen bemerkbar, da die Preise hier nach Größe respektive Gewicht gestaffelt sind.

Wohnwagen Zugeinheit

Wohnwagen muss mit Zugfahrzeug eine Einheit bilden

Des Weiteren muss man im Hinblick auf die Größe eines Wohnwagens auch auf technische Kriterien achten. Größere Wohnwagen benötigen schließlich auch eine Zugmaschine, die über genügend Kraft verfügt; nur eine Anhängerkupplung am Heck macht noch lange keinen akzeptablen Zugwagen aus.

Eins vorneweg:  Eine riesige Anhängerlast sowie ein PS-starker Motor als Zutaten für eine bedarfsgerechte Zugmaschine reichen nicht aus. Viel entscheidender ist diesbezüglich das Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Zum einen sind dabei die Anhängelast sowie die Stützlast wichtige Indikatoren. Bei den meisten Autos (Klein- bis Mittelwagen) beträgt die Stützlast 50 bis 75 Kilo. Der Wohnwagen bzw. die Wohnwagendeichsel sollte dann aber auch wirklich dieses Gewicht auf die Kugelkopfkupplung des Zugwagens bringen. Bei einer zu geringen Stützlast können sich die Fahreigenschaften des zweiteiligen Gespanns dramatisch verschlechtern. Seht euch dazu unseren Artikel zum Thema Stützlast bei Wohnwagen an

Das richtige Verhältnis von Gewicht und Motorstärke (PS/KW)

Gute Fahreigenschaften hängen aber auch immer mit dem Eigengewicht des Zugwagens zusammen. In der Regel ist das Fahrverhalten um so besser, je schwerer das Zugfahrzeug ist. Gerade bei Bremsmanövern wirkt ein hohes Eigengewicht des Zugwagens grundsätzlich stabilisierend. Zudem müssen Motorleistung und Gespanngewicht zwingend zueinander passen. 37 Kilo pro PS sollte hierbei das Maximum darstellen. Mehr Gewicht pro PS darf es keinesfalls sein.

Auch das maximale Drehmoment ist in diesem Zusammenhang zu beachten. Von Vorteil ist es, wenn das maximale Drehmoment bereits bei niedriger Motordrehzahl erreicht wird. Daher sind moderne Dieselmotoren, die zumeist genau diese Vorgabe erfüllen, im besonderen Maße geeignet für Caravaner.

Desweiteren ist auch das Getriebe entscheidend, da dieses im Hinblick auf das jeweilige Übersetzungsverhältnis für eine komfortable oder eben weniger komfortable Fahrweise des Gespanns verantwortlich ist. Als ideal gilt ein subtil abgestimmtes Automatikgetriebe.

Fazit:

Der Kauf eines Wohnwagens sollte als das angesehen werden was es ist: ein spannendes Thema, das eine weitere Ära unseres Lebens einleitet. Das Angebot an Herstellern und Modellen ist heute vielfältig und bietet für jeden das passende Modell. Ob neu oder Gebraucht hängt dann noch vom möglichen Budget und der bevorzugten Modellvariante ab. Gute Gebrauchte Wohnwagen, älteren Baujahres gibt es bereits ab ca 2.000 EUR. Die Preisklassen für Neufahrzeuge beginnt bei knapp unter 10.000 EUR und hat nach oben fast keine Grenzen.

 

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