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Tutorial: Wohnwagen Außenstauklappe reparieren und abdichten

Bei Wohnwagen kann es passieren, dass der Rahmen der Außenstauklappe bricht oder undicht wird. Vor allem bei älteren Modellen oder bei besonders starker Beanspruchung bzw. hoher Ladefrequentierung. In unserem Tutorial zeigen wir, wie mit einfachen Mitteln das Außenstaufach wieder repariert und abgedichtet werden kann. Zeitaufwand ca. 1,5 bis 2,5 Stunden. 

Unser Praxisbeispiel: In unserem Video erklären wir dies an einer undicht gewordenen Wohnwagen Außenstauklappe mit doppeltem Bruch, sowie ausgebrochenem Rahmen im Bereich der Verriegelung.

Inhalte und Arbeitsschritte des Artikels:

Reparieren einer Außenstauklappe

Unsere Arbeitsmittel:

Schritt 1 – Außenstauklappe lösen und entfernen

Vorab entnehmen wir die Klappe, indem die Achsen (meist aus Kunststoff) mit einem dünnen Gegenstand herausgeklopft werden. Idealerweise eignen sich dazu ein Durchschlag oder auch ein kleiner, stumpfer Schraubenzieher. Im Anschluss können alle Schrauben an der Wohnwagen Stauklappe herausgedreht werden.

Jetzt können wir den Rahmen durch vorsichtiges Ziehen nach und nach lösen und herausnehmen. Das alte Dichtungsmaterial muss abgezogen bzw. mit einem Cuttermesser möglichst bündig abgeschnitten werden.

In unserem Fall wurde die Klappe vermutlich nachgerüstet, da KEIN Holzrahmen im Ausschnitt eingelassen ist. Das heißt, dass die Schrauben in einer nur 0,5mm dünnen Aluhaut halten mussten. Dies ist ein Garant für spätere Undichtigkeit, da durch Benutzen und Beladen des Staufaches sich die Schrauben mit der Zeit wieder lösen. Verstärkt wird dieser Effekt außerdem durch Temperaturschwankungen und Materialausdehnungen. Nachziehen ist dann zwecklos, da das Gewinde in der dünnen Aluhaut sofort „hol-dreht“ und keinen Halt mehr findet.

Schritt 2 – Prüfen der Materialien und des Zustandes

Sofern noch kein Wasserschaden vorliegt (Feuchtigkeit, Wasserflecken, verfaultes/weiches Holz oder Schimmel sind Anzeichen dafür) und der Auflagebereich für den Rahmen keine Unebenheiten aufweist, genügen Holzplättchen als Unterlage für die Schrauben des Rahmens. Diese werden an den Stellen der Schrauben hinter die Aluhaut eingearbeitet. Details in Schritt 3.

Was tun im Falle eines Wasserschadens

Sollte jedoch ein Wasserschaden vorhanden sein, dann empfiehlt es sich einen Holzrahmen einzuarbeiten. Dazu können normale Fichtenleisten (Dachlatten) verwendet und auf entsprechende Breite zugesägt und abgelängt werden.  Um die Holzteile einlassen zu können, muss vorab das Styropor bzw. das alte Holz zwischen Aluhaut und Innenverkleidung auf eine Tiefe von ca. 20-30 mm herausgearbeitet werden. Hierfür eigenen sich Cuttermesser, Stecheisen und Feilen.

Schritt 3 –  Holzunterlagen einarbeiten

An unserem Wohnwagen mussten wir keinen Rahmen verbauen. In diesem Fall wurden aus 4mm Pappelsperrholz kleine Quadrate mit 20x20mm zugesägt -unsere empfohlene Mindestgröße. Generell gilt: Je dicker das Sperrholz ist, desto besser lassen sich später die Schrauben anziehen.

Um die Holzplättchen sauber einzuarbeiten, fährt man mit einem Cuttermesser entlang der Außenhaut, um das Styropor vom Aluminium zu trennen. Danach folgt ein zweiter Schnitt etwas dünner als die Stärke unserer Holzplättchen, damit ein guter Halt gewährleistet ist. Anschließend wird das Material (Styropor) dazwischen herausgeholt. Zum Beispiel mit einem Schraubenzieher.

Nun das Holzplättchen probeweise einschieben. Es sollte leicht klemmen aber dennoch an der Außenhaut keine Unebenheit erzeugen. Nun wird idealerweise mit einem Zentrierbohrer vorgebohrt, welcher gleichzeitig die Grate an den Löchern entfernt.

Als nächstes werden alle Kontaktflächen um den Ausschnitt und am Kunststoffrahmen gereinigt. Hierfür eignet sich handelsüblicher Haushalts- und Brennspiritus. Von Terpentin, Aceton oder sonstigen Verdünnern raten wir ab, da diese i.d.R. Kunststoff und Lack angreifen! Für hartnäckige Verschmutzungen oder sofern „weiches“ Dichtmaterial entfernt werden muss, eignet sich auch Waschbenzin oder ganz normales Benzin. In diesem Fall sollte auf Handschuhe und gute Belüftung geachtet werden!

Schritt 4 – Rahmen der Außenklappe einsetzen

Jetzt kann die Dichtmasse mit einer Kartuschenpresse aufgetragen werden. Bewährt hat sich hierfür beispielsweise Decalin 8936 „anthrazit“, welches nicht aushärtet. Außerdem ist es nach Hautbildung abtupfbar und eignet sich für sogenannte „schwimmende“ Dichtungsbereiche. Achtung: Wir raten von Baumarktware, insbesondere Silikonprodukten dringend ab! 

Je nach Breite und Tiefe der Kontaktfläche wird unterschiedlich viel Dichtmaterial benötigt. In unserem Fall einer relativ breiten Vertiefung, wird eine Raupe von mindestens ca. 6-8mm Durchmesser aufgetragen.

Die Rahmenteile werden nun wieder eingesetzt und handfest angedrückt. Alle Schrauben werden vorerst nur leicht angezogen, so dass sich das Dichtungsmaterial gut verteilen kann. Nach und nach die Schrauben fester anziehen, bis nur noch ein kleiner Spalt zwischen Rahmen und Wand verbleibt. Idealerweise quillt hierbei etwas Dichtstoff heraus. Um hier feinfühliger vorgehen zu können, empfiehlt sich für die letzten Umdrehungen ein Schraubenzieher.

Jetzt können wir die Stauklappe wieder einsetzen. Scharniere und Bolzen an den dafür vorgesehenen Stellen wieder anbringen und fixieren.

Schritt 5 – Reparieren des ausgebrochenen Rahmens (sofern gebrochen)

Bei unserem Wohnwagen war der Rahmen zusätzlich gebrochen. Wir haben den ausgebrochenen Rahmenbereich mit einer Handsäge und Feile rechteckig ausgearbeitet, um ein geeignetes Aluwinkelprofil einzusetzen. Damit die Schrauben halten, haben wir auch hier ein Sperrholzteil hinter den Rahmen eingearbeitet.


Nachdem wir das Aluwinkelprofil und Holzplättchen fertig eingebaut hatten, war der Anpressdruck der Außenklappe noch nicht stark genug (siehe Video).  Etwas Anpressdruck auf das Dichtgummi ist wichtig, da sonst Wasser eindringen kann. Wir haben daher noch mal nachgebessert und den Aluwinkel im Bereich des Schließers behutsam aufgebogen. Alternativ kann auch der Winkel mit den Schrauben etwas nach hinten versetzt werden.

Fazit? Perfekt! 🙂

 

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